BBO Jugendhilfe

Team

Die Mitarbeiter*innen der BBO Jugendhilfe:

 

 

 

Tania Helberg (Koordination, Beratung, Fachaustausch und Fortbildung)

 

 

 

Ulli Schiller (Koordination, Beratung, Fachaustausch und Fortbildung)

 

 

 

Lieke Sparidaens (Beratung, Fachaustausch und Fortbildung)

 

 

 

Pamela Anglo (Beratung, Fachaustausch und Fortbildung)

 

 

 

Gunther Hagen (Beratung)

 

 

 

Ute Kölzow (Verwaltung)

 

 

 

Katinka Gransow (Verwaltung)

 

 

 

Konzeption

In der Kinder- und Jugendhilfe wird die Partizipation von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien als wichtiges Strukturelement fachlicher Arbeit verstanden. Es ist gesetzlich festgeschrieben, dass die Fachkräfte im gesamten Prozess der Hilfe in einem kooperativen Dialog mit den Betroffenen handeln sollen – also sowohl bei der Gewährung von Hilfe, wie auch bei ihrer Erbringung und Ausgestaltung.

Dennoch kann es zwischen den Beteiligten immer wieder zu Konflikten oder Auseinandersetzungen kommen. Denn nicht selten unterscheidet sich die Sichtweise der jungen Menschen und ihrer Familien auf die Ausgangslage, die aktuelle Situation und das angemessenes Vorgehen von der Sichtweise der Fachkräfte. Die Aushandlung der verschiedenen Positionen gehört zum Alltag der Kinder- und Jugendhilfe.

Gleichzeitig ist anzuerkennen, dass die Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe innerhalb dieser Auseinandersetzungen gegenüber den Betroffenen zumeist in einer überlegenen Position sind. Dies wird auch als spezifische Machtasymmetrie in der Helfer*innen-Klient*innen-Beziehung bezeichnet.

Ombudschaft beinhaltet eine unparteiische Vorgehensweise bei Streitfragen unter besonderer Berücksichtigung der Interessen der strukturell unterlegenen Partei. Dabei geht es nicht darum, den Betroffenen unbedingt zu ihrem Willen zu verhelfen, sondern sie durch Information und Beratung in die Lage zu versetzen, die ihnen zustehenden Rechte und Verfahrensmöglichkeiten (Beschwerde, Widerspruch, ggf. auch Klage) wahrzunehmen. Die BBO Jugendhilfe bietet für den Fall der unterschiedlichen Einschätzung und beeinträchtigten Kommunikation auf Anfrage der Betroffenen eine unabhängige Beratung an. Sie kann auch als „Zweitmeinung“ von den Ratsuchenden bei Konflikten angefragt werden, um die eigene Position zu überprüfen.

Ziel der BBO Jugendhilfe ist es, strukturelle Machtungleichheiten in der Jugendhilfe durch ombudschaftliche Beratung der Betroffenen auszugleichen und eine tragfähige Einigung in Konfliktfällen zu erzielen. Ein konstruktiver Umgang mit Beschwerden trägt auch zum Erfolg und zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe bei.

BBO Jugendhilfe Konzeption 2013 (PDF)

Arbeitsbereiche

Unsere Aufgaben sind

1. die Beratung von jungen Menschen – also Kindern, Jugendlichen und jungen Volljährigen – und ihren Familien, wenn sie Bedenken oder Kritik in der Leistungsgewährung/der Hilfeplanung (also gegenüber dem Jugendamt) oder im Hilfeverlauf – also gegenüber dem die Leistung erbringenden freien Träger – haben.

Hierfür klären wir die Ratsuchenden, die sich an uns wenden, über Rechte und Verfahren in der Jugendhilfe auf. So sollen sie in die Lage versetzt werden, die ihnen zustehenden Verfahrensmöglichkeiten (Antragstellung, Beschwerde, Widerspruch, ggf. auch Klage) selbständig wahrzunehmen.

Wir unterstützen die Betroffen auch, indem wir in ihrem Auftrag vermittelnd für sie Kontakt zum Jugendamt oder zum freien Jugendhilfeträger aufnehmen und sie im Klärungs- und Lösungsprozess begleiten.

2. aktiv eine Kooperation mit den Berliner Jugendämtern und freien Jugendhilfeträgern einzugehen.

Es soll zu einer höheren Akzeptanz gegenüber Beschwerden bei allen Akteur*innen in der Berliner Jugendhilfe  beigetragen werden. Denn auch wenn diese manchmal als persönlicher Angriff formuliert werden oder vielleicht sogar unberechtigt sind, bieten sie doch als klare „Rückmeldung“ der Klient*innen eine große Chance für eine Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe.

Die BBO Jugendhilfe ist eine unabhängige Beratungsstelle in der Jugendhilfe. Dies bedeutet insbesondere, dass sie weder weisungsgebunden ist, beispielsweise gegenüber der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, noch selbst Weisungsbefugnisse gegenüber den Jugendämtern oder freien Trägern hat. Sie übt keine Fachaufsicht über die Jugendämter oder die freien Träger der Jugendhilfe aus.

Ehrenamtliche Mitarbeit

Die BBO Jugendhilfe wird von engagierten, qualifizierten Ehrenamtlichen unterstützt, die zusätzliche Fachexpertise ins Team einbringen. Es handelt sich überwiegend um Sozialpädagog*innen und Jurist*innen. Um die Unabhängigkeit der Ombudsstelle zu wahren und um Rollenkonflikte zu vermeiden, wird darauf geachtet, dass z. B. die Ehrenamtlichen nicht bei Beratungsanfragen einbezogen werden, zu deren Beteiligten sie auch in einem hauptberuflichen Kontext einen Bezug haben.

Interessieren Sie sich für die ehrenamtliche Mitarbeit in der ombudschaftlichen Beratung?

Wir suchen sozialpädagogische, juristische und psychologische Fachkräfte, die bereit sind, sich ehrenamtlich in der ombudschaftlichen Beratungsarbeit zu engagieren. Die ehrenamtlichen Berater*innen werden in Schulungen und Hospitationen qualifiziert. Während der ehrenamtlichen Beratungsarbeit erhalten sie fachliche Förderung und Unterstützung.

Wenn Sie in der ombudschaftlichen Beratung ehrenamtlich mitarbeiten wollen, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf: Link zum Kontaktformular

Fachbeirat

Die BBO Jugendhilfe wird während der Laufzeit des Modellprojekts von einem Beirat unabhängiger Fachexpert*innen aus Wissenschaft und Praxis begleitet. Der Beirat unterstützt vor allem die Entwicklung des fachlichen Austauschs mit öffentlichen und freien Trägern und trägt dazu bei, eine akzeptierende Haltung gegenüber den ombudschaftlichen Verfahren in der Berliner Jugendhilfe zu fördern und aktiv zu verbreiten.
Mitglieder des Fachbeirates sind:

  • Vertreter*innen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie
  • Vertreter*innen der bezirklichen Jugendamtsleitungen
  • Vertreter*innen der Kinder- und Jugendhilfereferent*innen der Wohlfahrtsverbände
  • Vorsitzende des Landesjugendhilfeausschusses
  • Vertreter*innen aus der Fachwissenschaft
  • Vertreter*innen des Vorstand des Träger BRJ e. V.

Den Vorsitz hat Prof. Dr. phil. Petra Mund (Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin), stellvertretender Vorsitzender ist Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Wiesner (BMFSFJ a.D.).

Evaluation

Die externe Evaluation des Modellprojekts erfolgt durch das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (München).

Expertise zur Evaluation der BBO Jugendhilfe
Zur inhaltlichen Vorbereitung der Evaluation wurde im Herbst 2014 das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) beauftragt, eine Expertise für die BBO Jugendhilfe zu erstellen.

Expertise zur externen Evaluation (PDF)

Die Durchführung der externen Evaluation wurde Anfang 2016 begonnen.

Evaluationskonzept (PDF)

Zwischenbericht
Den im Frühjahr 2017 erstellten Zwischenbericht der externen Evaluation finde Sie hier. 

Eine Zusammenfassung des Zwischenberichts ist hier für Sie bereitgestellt.

Ein Interview mit Dr. Florian Straus, Leiter des Instituts für Praxisforschung und Projektberatung (IPP), zum Zwischenbericht der Evaluation der Berliner Beratungs- und Ombudsstelle Jugendhilfe (BBO) auf jugendhilfe-bewegt-berlin finden Sie hier. Das Interview führte Andreas Schulz, Jugendhilfereferent beim Paritätischen Wolhlfahrtsverband Berlin

Abschlussbericht und externe Evaluation des Pilotprojekts „Berliner Beratungs- und Ombudsstelle (BBO) Jugendhilfe“

Die Publikation „Rechtsanspruch und Wirklichkeit – Ombudsschaft als Machtsausgleich“ befasst sich mit den Erfahrungen der ersten mit öffentlichen Mitteln finanzierten Ombudsstelle. Sie gibt Auskunft über das Konzept, die Strukturelemente und Rahmenbedingungen sowie über Herausforderungen, die sich im Beratungsalltag gezeigt haben. Zudem informiert sie über den Fachaustausch, die Öffentlichkeitsarbeit und gibt einen Ausblick für eine gelingende Ombudschaft in der Kinder- und Jugendhilfe.

Im zweiten Teil folgt eine umfangreiche externe Evaluation des IPP München, die anhand verschiedener Kriterien einen detaillierten Blick auf die ombudschaftliche Arbeit wirft. Abgerundet wird die Evaluation durch Fallbeispiele und Aussagen der betroffenen Klient*innen.

Die Broschüre kann für 3 € (Versandkosten) bei uns bestellt werden (koelzow@bbo-jugendhilfe.de) oder nach Absprache im Büro abgeholt werden.

Für Eilige die Kurzfassung des Abschlussbericht der BBO sowie die Kurzfassung der externen Evaluation.

Träger

Der Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.V.(BRJ) wurde im Juni 2002 gegründet und setzt sich für eine offensive, bedarfsgerechte und insbesondere gesetzmäßige Jugendhilfe in Berlin ein. Im Jahr 2008 wurde der BRJ als freier Träger der Jugendhilfe anerkannt.

Der Verein unterhält seit seiner Gründung eine von den Interessen öffentlicher und freier Träger unabhängige Anlaufstelle, die junge Menschen und ihre Familien in Konflikten mit dem Jugendamt darin unterstützt, ihre individuellen Rechtsansprüche auf Jugendhilfe durchzusetzen. Die Mitglieder und ehrenamtlichen Berater*innen des BRJ bilden ein breites Bündnis aus qualifizierten und erfahrenen Sozialpädagog*innen/Sozialarbeiter*innen, Jurist*innen und unterstützenden Privatpersonen.

Der BRJ e.V. war bundesweit die erste Ombudsstelle in der Jugendhilfe und verfügt nach langjähriger erfolgreicher Arbeit über umfangreiche fachliche Erfahrungen bei der Entwicklung und Umsetzung von ombudschaftlicher Beratung in der Berliner Jugendhilfe. Der BRJ gilt als fachlich weit über Berlin hinaus anerkannte und beispielgebende Ombudsstelle, der auch wichtige Impulse für die Gründung des bundesweiten Netzwerks Ombudschaft in der Kinder- und Jugendhilfe gegeben hat.

Die Berliner Beratungs- und Ombudsstelle Jugendhilfe (BBO Jugendhilfe) ist ein Modellprojekt, das der Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.V. (BRJ) seit April 2014 durchführt. Es handelt sich um die erste mit öffentlichen Mitteln geförderte Ombudsstelle in der Bundesrepublik. Die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft finanziert das Modellprojekt in Kooperation mit den Berliner Bezirken. Durch die öffentliche Förderung ist es dem BRJ e. V. möglich, jungen Menschen und ihren Familien eine unabhängige Anlaufstelle zu bieten, an die sie sich bei Konflikten mit dem Jugendamt oder einem sie betreuenden Träger der freien Jugendhilfe wenden können.

Kontakt zur BBO Jugendhilfe

Flyer der BBO Jugendhilfe (PDF)

Flyer der BBO Jugendhilfe für junge Menschen (PDF)